Nach viel zu vielen 13 Stunden Schlaf, bin ich aus dem Zelt gekrochen, als es gegen 10 Uhr endlich mit dem Regen aufhörte.
Kurz verabschiedet und zum 1000. mal bei Rory bedankt, packte ich mein Bike zusammen und fuhr los.

Eigentlich wollte ich noch in einen Outdoorladen um Gamaschen/Überschuhe zu kaufen. Mir hat der Regen heute Nacht doch ein wenig Bange gemacht. Aber es scheint schon wieder Sonne und laut Wetterdienst soll es die nächsten Tage gut werden. Ich lass es drauf ankommen.

Gegen Mittag komme ich am Pumptrack von Inverness an. Auf Asphalt zu fahren hat was. Bisher kannte ich nur den Pumptrack in der Eilenriede Hannover, der komplett aus Erde und Lehm gemacht wurde. In Inverness wurde der Pumptrack von velosolutions designed und gebaut. Für die kleine Fläche eine beachtliche Länge. Und wie immer etwas traurig, dass so viele Kids besser sind als ich =)

Das gab es auch, als ich weiter-fuhr und ein paar Höhenmeter vor mir lagen. Ein kleiner Junge, ich schätze so um die 11 Jahre alt, hat mich mit seinem City-Scooter volle Kanne bergauf abgezogen. Als ich ihn einholte und rief "come on! More Power!" raste er davon. Dabei hatten wir beide an der Stelle schon mehrere Hundert Meter Strecke mit Steigung hinter uns.
Ich geh mal meine Lunge suchen...

Auf dem Weg zu den Trails von Abriachan merke ich Knieprobleme auf der rechten Seite. Ich überlege ob ich nicht erstmal mein Zelt irgendwo aufbaue und mich schone. Stelle dann aber fest, dass ich 1. kein Wasser mehr hatte und 2. auf der Karte ein Bothie in nicht all zu großer Enternung sein soll.

Kur vor dem vermeintlichen Bothie tauchen diverse Schilder auf, die auf ein Cafe oder ähnliches hinweisen.

Interessantes Ambiente hier. Sandra, die Dame des Hauses kommt auf uns (es kamen auch gerade zwei Wanderer aus Tschechien an) zu und empfing uns überschwänglich. Nach einer kurzen Vorstellung der imaginären Karte bestellte ich Tee und wir drei zusammen jeweils Erbsensuppe.
Wir hatten offensichtlich vergessen nach den Preisen zu fragen, weshalb wir von £3 für Tee und £8 für die Suppe dann doch überrascht wurden.
Nichtsdestotrotz waren die Portionen ordentlich. Hier ein Bild nur von der Tee-Bestellung für mich alleine.

Eine Übernachtung im eigenen Zelt auf dem Gelände sollte mit £5 und in einem heruntergekommenen Verschlag mit £20 zu buche schlagen. Daher beschloss ich, trotz Knieprobleme, weiter zu ziehen und mein Glück in der Wildnis zu versuchen. So cool das Ambiente, so nett Sandra und ihr Mann waren, dass war mir zu teuer.

Am Ende habe ich es an den Trails vorbei oben bis auf den nächsten Gipfel geschafft. Hier schlage ich mein Zelt auf. Es ist saukalt aber der Sonnenuntergang ist Pflicht =)

Im Laufe des Tages macht sich an meinem Smartphone ein Bug bemerkbar, von dem ich bereits vor der Reise in diversen Foren gelesen hatte. Schon bei z.B. 40% Akkuladung dropt die Anzeige auf 0% und das Gerät fährt hinunter. Ich würde gerne eine Akku-Rekalibrierung vornehmen. Dafür benötige ich jedoch für min. zwei Ladezyklen eine konstante Stromquelle. Auf dem Bike wird das wohl nix =(