Noch zwei Bergspitzen, bis ich den "Old man of Storr" erreiche. Da ich von Norden nach Süden reise, heißt das, dass diese beiden Gipfel höher sind, als die bisherigen. Ein Mix aus "schnauze voll" und Ehrgeiz begleitet mich auf den nächsten Gipfel.

Zwei Pfälzer, die ich einen Tag zuvor traf und überholte, hatten eine Bergspitze früher ihr Zelt aufgeschlagen und kamen just in dem Moment zu mir, als ich mein Zelt zusammen packte. Kurzer Austausch über die bisherigen Erlebnisse und Einschätzungen zu dem restlichen Weg und weiter geht's. Auch wenn man immer mal wieder auf die Karte schaut, so wundert man sich dennoch jedes mal aufs Neue, dass da nach jeder geschafften Hürde doch noch ein weiterer Anstieg vor einem liegt.

Blick zurück auf das bisher geleistete
Blick nach vorne, was noch zu leisten ist
Blick zurück auf das bisher geleistete
Blick nach vorne, was noch zu leisten ist
angekommen am "Old man of storr"

Nach wenigen Stunden ist es geschafft. Ich bin beim "Old man of Storr" angekommen. Die letzten Meter gab es sogar einen Trampelpfad. Teilweise fahrbar, teilweise nicht. Da ich wirklich fertig mit der Welt war, gab es nur wenige Stellen, die ich auch tatsächlich gefahren bin. Am "Old man of Storr" selbst, wurde es technisch aber machbar. Das erste mal seit langem wieder echter Mountainbikespaß. Ich ärger mich ein wenig, dass ich körperlich nicht mehr leisten kann, was ich gerne fahren würde.

Andererseits bin ich nach drei Tagen 95% schieben - bergauf und bergab - sehr froh die nächste Straße nur noch wenige hundert Meter vor mir zu haben.

Nach dem Genießen dieser unglaublichen Landschaft machte ich mich auf den Weg meine Tour weiter zu verfolgen.

Blick zurück zum Old man of Storr

Nächstes Ziel ist das Eileen donor Castle auf dem Festland. Zwischendurch mache ich noch halt am Hostel in Portree. Ordentlich Duschen, etwas Hack in die Pfanne, ein Cider und eine Stunde Nickerchen später geht es dann weiter.

Es ist klar, dass ich die Strecke heute nicht mehr schaffe und daher schaue ich immer links und rechts der Wege, ob ich irgendwo mein Zelt aufstellen kann.
Nicht nur, dass ich in der freien Natur nichts für mein Zelt finde, nein, obendrein fühlte ich mich auch noch veräppelt von der Natur. Überall standen Nadelbäume, welche so aussahen, als würden sie mir alle den Mittelfinger zeigen =)
Also peile ich den nächsten Campingplatz an. Dort angekommen, werde ich von Schildern wie "Campsite Full" und "no tents" überrascht. Eine freundliche Anfrage bei der netten Frau die das hier alles managed, brachte Erfolg. Eine kleine Ecke konnte ich mir ergattern, so, dass ich die Nacht für £6 mein Zelt hier aufstellen kann. Dusche, Toilette und Frischwasser inklusive. Aber auch etwas anderes war inklusive: Midges. Und zwar gefühlte 6 Stellige Anzahl. Ich hab die ganze Reise nie wirklich welche gesehen. Und jetzt kommen sie alle auf ein mal. Der Aufbau des Zeltes musste also sehr gut getimed werden, damit ich mir keins dieser Viecher mit hinein hole.

Der Campingplatz ist eigentlich nur eine kleine Fläche eines kleinen Hafens oder so. Ebbe und Flut sind hier stark zu erkennen (das könnte auch die Midges erklären), was man bei einem kleinen Ausblick über den Steg sehr gut erkennen kann. Das Ambiente ist wunder schön =)

Die Sonne geht unter und ich geh pennen.