Es ist nie so richtig dunkel gewesen, weshalb ich mir auch immer meine Mütze ins Gesicht zog um besser schlafen zu können. Gegen 7 Uhr werde ich geweckt von blökenden Schafen, die gar nicht so weit von meinem Zelt entfernt zu sein scheinen.

Drei mal laut in die Hände geklatscht und es war wieder ruhig. Nachdem ich mich nochmal umdrehte war dann gegen 9 Uhr endgültig die Nacht vorbei, als die kleinen Schafe direkt vor meinem Zelt blökten. Als ich den Reißverschluss öffnete um das Schauspiel zu fotografieren, packte sie die Angst und sie liefen erneut davon.

Heute geht es über mehrere Gipfel entlang am Hang von Norden weiter in Richtung "Old man of Storr" im Süden dieses Bergkamms.

Leider geht es genauso weiter wie gestern. Nirgends ist ein Weg zu erkennen. Lediglich direkt am Abhang sind ab und zu ein paar Fußstapfen im Matsch zu sehen. Ich versuche weitestgehend am Abhang zu bleiben. Bergab ist kaum bis gar nicht fahrbar, so, dass ich auch hier immer wieder schieben muss.
Teils ist es so steil, dass ich das Bike auf den Rucksack legen muss um voran zu kommen - sowohl bergauf als auch bergab.
5 Stunden wandern und gerade mal 5km geschafft. Ich bin gespannt wie viele Höhenmeter mir Strava später ausspucken wird. In den 5km sind 4 hohe Bergspitzen mit drin.
Unterwegs traf ich allerlei Menschen. Deutsche, Engländer, Slovaken, Alte und Junge Menschen jeden Geschlechts. Insgesamt ist es aber absolut einsam hier oben. Ich kann mir vorstellen, dass es im Sommer weit aus voller sein wird.

2 Bergspitzen vor der nächsten Straße gebe ich erst mal auf und Sonne mich ein wenig bevor ich mein Zelt aufstelle. Mein Rücken meldet sich jetzt zum ersten mal seit Reisebeginn. Vermutlich, weil ich das Bike zwischendurch geschultert habe. Das pennen auf einer Luftmatratze ist sicher auch mit verantwortlich.

Erstaunlicherweise gibt es hier bröckchenweise Internet. Mails checken und Threema gehen halbwegs. Alles andere nicht.

Gute Nacht.