Nach dem ich noch ein letztes mal den Luxus eines Bades und einer Küche genießen konnte, verabschiedete ich mich von Steve und den anderen und fuhr los.
Seit Tagen bin ich am grübeln, ob es sinnvoller ist, die Bergkette von Norden nach Süden oder umgekehrt zu befahren.

Um wieder langsam rein zukommen beschloss ich die Straße nach Norden zu nehmen um dann dort auf die Berge zu fahren. Unterwegs dorthin habe ich bei "Fairy Glens" halt gemacht. Eine wunderschöne Landschaft, bei der man durchaus annehmen könnte, dass sie Feen beherbergt =)

Im Norden angekommen bot sich mir eine sagenhafte Kulisse. Aber seht selbst:

Nach einem Burger an einer Snackbox machte ich mich auf den Weg zu meinem ersten Gipfel auf ca. 380m. Die Aussicht ist Atemberaubend. Und das meine ich auch wörtlich. Ich dachte immer ich sei ganz gut schwindelfrei. Aber als ich mich an einem kleinen Vorsprung mit locker zwei Meter Abstand zur Klippe hinsetzte, dauerte es keine 5 Minuten bis mir doch langsam der Stift ging. Es gab definitiv genug Sicherheit. Mein Kopf sah das bei dem Ausblick aber irgendwie anders =)

Der Abstieg in Richtung des nächsten Gipfels sollte dann eigentlich mit dem Bike gefahren werden. Ich hab zwar auf der Karte einen Weg, aber in der Realität war davon nix zu sehen. Ich versuchte es dennoch und scheiterte am sumpfigen Bodengrund. Dies hinderte mich nicht nur am Fahren, sondern auch am finden eines Zeltplatzes für die Nacht.
Ich kann mir vorstellen, dass der Weg zugewachsen ist und im Mai noch nicht genug Wanderer wieder den Weg kenntlich getrampelt haben. Ich versuche mein Glück um Pfützen drumherum zu kommen, gebe diesen Versuch aber auch wieder recht schnell auf. Es besteht hier alles aus Pfützen. Spannenderweise ist es auch egal, wo ich entlang gehe. Selbst 50m vom in der Karte angezeigten Weg entfernt, sehe ich hier und da Fußspuren. Auch Radspuren von vermutlich Mountainbikes verteilen sich auf einem großen Abstand. Ich scheine also einer von vielen zu sein, die den Weg hier nicht finden können.

Es ist ca. 19 Uhr und nach vielem Suchen finde ich auf dem letzten drittel hoch zum nächsten Gipfel ein halbwegs brauchbares Areal von wenigen Quadratmetern, auf dem ich dann mein Zelt aufschlage. Soweit oben habe ich den vollen Blick über das Meer.

Die Sonne wird dunkler aber verschwindet nicht wirklich. Selbst um 23 Uhr, als man die Sonne hinter den Wolken nicht mehr sieht, ist es noch sehr hell. Eigentlich bleibt es auch nur für sehr wenige Stunden in der Nacht tatsächlich dunkel.