Um 10 Uhr muss ich das Hostel verlassen haben. Also gehts schon um 9 Uhr aus dem Bett. Nachdem wir gestern so lange gefeiert haben, war das nicht sooo toll =)

Nachdem ich dann alle meine Sachen zusammen hatte, machte ich mich auf den Weg. Zwischen meinem Bike-Karton, der auf Rory's Cottage zwischengelagert wurde und dem Hostel machte ich einen Schwenker zum Flughafen. Da dies kaum einen Umweg darstellte, wollte ich mich vor Ort nach der günstigsten Möglichkeit erkundigen, wie ich mein verpacktes Bike dann später zum Flughafen kriegen könnte. Es ist mir ein Rätsel wie hier die Taxi-Preise berechnet werden. Da ich ein Navi dabei habe, wusste ich auf den Meter genau wie lang die Strecke sein würde und es gab Preisangebote von über £50 bis runter auf £20. Irgendwie war mir das für die 8 Meilen doch ziemlich teuer. Daher versuchte ich mein Glück und sprach einfach Leute an, die mit einem großen Auto am Flughafen ankamen oder gerade abfahren wollten. Leider brachte das auch nach ca. 10 Leuten keinen Erfolg. Allerdings gab es beim letzten Gespräch eine längere Unterhaltung, die damit endete, dass der Fahrer sich entschuldigte, dass er mich nicht fahren kann, aber er würde sich am Taxi beteiligen, drückte mir £10 in die Hand und fuhr los. Ich war baff.
Mit den £10 mehr in der Tasche fuhr ich dann mit dem Bike zum Cottage um es dort in meinen Karton zu packen. Anschließend rief ich ein Taxi zum Flughafen für £20.

Ab hier wird es mehr oder wenig langweilig. Ich habe noch 5 Stunden bis zum Abflug und mein Fahrradkarton wird problemlos eingecheckt. Aufgrund der Wetterlage in London verspätet sich mein Flug, was aber nicht dramatisch ist, denn ich habe in London einen geplanten zehnstündigen Aufenthalt. Für diese Flug-Kombination hatte ich mich aus finanziellen Gründen entschieden. Jede andere Kombi hätte mich locker 150 Euro mehr gekostet. Leider ist es Sonntag ca. 23 Uhr, als ich in London Heathrow landete. Mit meinem Handgepäck, meiner Müdigkeit und dem Umstand, dass der Flughafen weit außerhalb der Stadt ist, ergab sich ein neunstündiger Aufenthalt am Flughafenterminal. Hier gibt es null Beschäftigungsmöglichkeiten und ich versuchte auf den Sitzreihen ein wenig Schlaf zu bekommen. Erstaunlicherweise ging das relativ bequem. Nur der Typ hinter mir schnarchte mir etwas zu viel =(

Am nächsten Tag in Hannover angekommen hatte ich auf dem Weg zum Gepäckband schon ein wenig Bange. Nicht nur wegen der Probleme auf dem Hinweg, sondern auch, weil mir immer wieder Leute in den zwei Wochen davon berichteten, dass sie ebenfalls immer wieder Probleme haben, wenn sie über London-Heathrow fliegen. Mein Karton stand schon neben dem Gepäckband, bevor ich dort ankam. Als ich den Karton dann auf einen Gepäckwagen heben wollte, fällt das Rad unten fast aus dem Karton. Ich hatte noch rechtzeitig gemerkt, dass der Karton beschädigt wurde und daher von unten komplett offen ist. Niemand kam auf die Idee mir davon zu berichten. Im Gegenteil, der Karton wurde extra so hingestellt, dass dies nicht auffällt. Nach einem kurzen Gespräch am Gepäckreklamationsschalter wies man mich darauf hin, dass ich erst mal nach Hause fahren soll und mir das Bike in Ruhe anschauen soll.
Tja, zu-hause stellt sich raus, dass das Rücklicht weggebrochen ist und nicht mehr im Karton lag. Gleiches gilt für die Kamera-Halterung am Fahrradhelm. Ein paar Lackkratzer sind anscheinend auch dazugekommen.

Ich bin gespannt wie British-Airways mit der Reklamation umgehen wird. Offen ist auch noch, in wie fern ich eine Kompensation für die misslungene Anreise erwarten kann. Beides habe ich mittlerweile schriftlich angestoßen. Ebenso versuche ich mein Glück bei den Handschuhen, die schon nach zwei Tagen aussahen, als wären sie ein Jahr in Benutzung gewesen.

Es bleibt spannend.