*gäääähn*
Die Nacht war nicht so dolle. Konnte irgendwie nicht gut einschlafen und hab mich die ganze Nacht gewälzt. Es war zwar mucksmäuschenstill aber trotzdem (oder gerade deswegen?) war jedes Geräusch vom Rascheln meines Schlafsacks bis hin zu meinem eigenen Atmen irgendwie ablenkend.
Irgendwie hab ich auch doof gelegen, so dass mein rechtes Knie ein bisschen Probleme macht.
Dafür war es mollig warm und trocken. Der angekündigte leichte Regen ist komplett ausgefallen.

Dafür sind heute noch einige Liter angekündigt, so, dass ich schnell einpacken muss.
Doch leider war ich zu langsam. Es brach direkt, nachdem ich diese Zeile geschrieben habe, ein Schauer aus. Damit hab ich einen Camper-Alptraum der mir in zwei Wochen Schottland nicht passierte.
Kein Weltuntergang, aber ärgerlich.

Mein Tag startet nicht so dolle.
Aber positiv denken: Das Bike ist wieder sauber =)

Im Bikepark angekommen begrüßte mich ein uriger Typ mit Bart bis zum Bauch, zusammen mit zwei von drei Katzen, die ihm überall hin folgten. Als er den Rasenmäher später anwarf, war das dann doch etwas zu viel für die Zwerge =)

Der Bikepark hat wirklich nette Trails. Die Trailführung ist etwas schwer zu erkennen, was aber auch immer wieder neue Kombinationen hervorbringt =)
Für mich war es das erste mal, dass ich mit einem Schlepplift fuhr. Ein langes Stahlseil, an dem Haken sind, die man sich unter den Hintern schiebt, während man auf seinem Bike sitzt. Das Seil zieht dann den Haken und somit den Biker samt Bike nach oben auf den Berg. Das ganze ist etwas gewöhnungsbedürftig. Aber schon nach 4-5 mal üben klappte es ganz gut. Der Komfort eines Sessellifts oder einer Kabinenbahn ist definitiv höher, macht aber nichts.

Oben angekommen begrüßt einen diese witzige Idee: Kannst du dich nicht entscheiden, lass das Rad für dich entscheiden.

Drei Tage Bikepark und die Strecken dazwischen machen sich bemerkbar. Mein heutiger Bikeparkbesuch war daher kurz und ich machte mich auf den Weg zum Hallenbad nach Warstein. Kurz nach dem Bikepark in Richtung Warstein lag die "Kulturhöhle Hohler Stein" direkt auf dem Weg.

Während ich dort ein paar Fotos machte, kam ein Jugendlicher auf seinem Motorroller angefahren und packte direkt einen Akkuschrauber aus. Etwas verwirrt schaute ich mir an, wie er direkt auf einen kleinen Vorsprung zuging und dahinter sofort anfing zu schrauben. Als ich ihn drauf ansprach, was hier gerade passiert, erklärte er mir, dass er da eine Soundanlage und Getränke versteckt hat. Am Abend soll hier eine Party unter Freunden stattfinden. Er konnte es auch nicht lassen, mir die Anlage vorzuführen - mit "Party-Musik". Vermutlich eine interessante Party (mit schlechter Musik), aber ich will ins Hallenbad. Zuvor ging es noch auf die Suche nach einem Platz zum Übernachten. Dies gestaltete sich ein bisschen schwer, klappte aber. Es wird ein Platz im Laubwald. Das bedeutet viel viel raschelndes Laub auf dem Boden, darunter feucht, etc. Und wie sich später herausstellen sollte, bedeutet das auch noch etwas anderes.. dazu unten mehr.

Wenn ich nicht geduscht hätte, hätte ich vermutlich einen Ölfilm beim Schwimmen hinter mir hergezogen =)
Das Planschen war sehr entspannend. Fast zu entspannend.. ich wollte aus dem mollig warmen Wasser gar nicht mehr raus =)
Allerdings packte mich dann der Hunger und ich machte mich auf die Suche nach einem Restaurant. Etwas enttäuscht über die magere Restaurant-Auswahl in Warstein, wurde es dann am Ende Essen zum Mitnehmen vom Asiaten. Auf halben Weg zu meinem Nachtlager genoss ich die Abendstimmung in einem netten Park, zusammen mit einem Radler und meinem Asia-Essen.
Anschließend ging es dann gesättigt und guter Laune zum Schlafen.

Achja, da war ja noch was mit Laubwald. Als ich dann soweit war und mich zum schlafen umdrehte, hörte ich Geräusche, die mir so bisher noch nicht untergekommen waren. Näher kommendes Geraschel, Geknister und brechende Äste. Aber eindeutig nicht von einem Menschen. Das war schon etwas unheimlich und als ich dann Grunzen hörte, war klar, dass es sich um ein Wildschwein handelt. Geräusche von ein bisschen Reißverschluss auf und zu haben Wirkung gezeigt und das Wildschwein haute ab.

So nah, wie ich hier gerade an der Zivilisation bin, hätte ich nicht mit Wildschweinen gerechnet. Daher musste ich mich dann bei einer kleinen Online-Recherche eines Besseren belehren lassen. Die "Schwarzkittel", wie sie oftmals genannt werden, sind sogar in Laubwäldern mitten in Städten heimisch. Bisher war mir das nur fernab von Straßen und Städten bekannt.
Da Wildschweine eher scheue Tiere sind, ist es nicht notwendig hierbei in Panik auszubrechen. Trotzdem ist es für mich ungewöhnlich und gibt ein mulmiges Gefühl.

GPX-File Download: Link