19.12.2018
Der Tag beginnt entspannt. Ich bleib einfach liegen, so lange wie ich will =)
Ich hab beschlossen, dass ich heute eine Abfahrt mache und mich dann irgendwo in eine feste Unterkunft für ein paar Tage einniste um den Tank wieder aufzufüllen. Dazu hab ich mich nach Preisen für Privatzimmer, Hotels, Hostels, etc. umgeschaut. Alles nicht so einfach, wenn man so ein Geizkragen ist, wie ich =)

Nach vielem hin und her habe ich bei Airbnb eine echt coole Sache gefunden. Zwei Nächte auf einem kleinen Segelschiff inkl. Essen von einem gelernten Koch für unglaubliche 18 Euro pro Nacht. Das Schiff, welches im Hafen von Arguineguin liegt, ist ausgebucht bis Februar. Ausgerechnet heute wäre allerdings was frei. Den Beschreibungen und Rezensionen nach zu urteilen, ein wahnsinniges Glück! Sofort stellte ich eine Buchungsanfrage. Leider kam einfach keine Antwort. Die Airbnb-App stürzte auch dauernd ab. Dann der nächste Versuch, eine Direktbuchung eines Zimmers in der Hauptstadt Las Palmas. Irgendwie will auch das nicht klappen.
Ich baue erst mal mein Zelt ab und fahre zum Gipfelkiosk. Nach einer Banane und einem Brötchen rufe ich bei Airbnb an. Die Hotline-Mitarbeiterin wunderte sich, denn in meinem Account ist null Aktivität zu sehen. Nachdem mir der Support eine Nachricht an meinen Account schickte ging plötzlich alles. Also schnell nochmal eine Anfrage bei dem Boot - prompte Absage nach wenigen Minuten. Obwohl es nicht angezeigt wurde, schrieb man mir, dass die Buchungen min. zwei Wochen Vorlaufzeit benötigen - super schade. Dann die Direktbuchung des Einzelzimmers in Las Palmas - klappt. Das ganze hin und her hat ziemlich lange gedauert, so, dass ich dann mit knapp 17 Uhr echt spät vom Gipfel Pico de las Nieves startete.

Ich hatte mir knapp zwei Dutzend Trails schon in Deutschland rausgesucht. Nur einer davon führt in die Nähe der Unterkunft - da war die Wahl schnell erledigt.
Der Ausblick während der Fahrt war phänomenal. Die Kulisse hier ist grandios und eine absolute Empfehlung. Der Trail allerdings war ein sehr schottriger Forstweg. Ständiges Wegrutschen durch die Steine und kein schönes Fahrgefühl kommt auf. Nach ca. einem Drittel verwerfe ich meine Strecke und nehme die "Expertline" des selben Trails (gab eine Hobby und eine Expert Variante) in der Hoffnung, das dieser spaßiger wird - nunja, Fehlanzeige. Der ganze Trail bestand aus diesem Forstweg. Es kamen allerdings fiese Spurrillen mit bis zu 50cm tiefe dazu, die den schottrigen und staubigen "Trail" schwer zu fahren machten.

Wie oben erwähnt bin ich sehr spät losgefahren. Das machte sich dann auch zu einem Problem breit. 40km und 2000 Tiefenmeter sind natürlich nicht in einer Stunde mal so eben zu rocken. Und da um 18 Uhr die Sonne verschwindet, wurde das ganze zu einer Tortur. Mit ein wenig Geschick und Stirnlampe war es immerhin möglich die Fahrt heile zu überstehen.
Die letzten 25km waren dann allerdings Asphalt und es ging schneller zu meinem heiß ersehnten Privatzimmer.

Angekommen in Las Palmas checkte ich nochmal meine Mails und sah, dass mein Host Mabel mir Codes schickte, mit denen ich ins Haus komme. Drinnen steh ich allerdings vor einer Herausforderung: Der Fahrstuhl war zu klein für mein Bike. Drei Stockwerke in einem engen Treppenhaus wollte ich auch nicht schleppen. Da kam mir die Idee, die Luft aus der Gabel zu lassen. Mit ein wenig quetschen passte das Bike dann in den Fahrstuhl =)

Die Wohnung ist nett eingerichtet und Mabel ist eine sympathische Person. Mein Zimmer war klein und bestand eigentlich nur aus einem Bett, einem Wandschrank und einem kleinen Tisch.

Nach einer Dusche gibts noch einen Abstecher zum Supermarkt, der direkt im Haus gegenüber ist und anschließend ein wenig durch die Stadt flanieren. Am Ende komm ich um alte Gewohnheiten nicht herum und landete in einem Irish Pub, dem McCarthy's. Trotz der extremen körperlichen Belastung der letzten Tage, ist der Rythmus meines bisher dreiwöchigen Fastens (min. ca. 20 Stunden zwischen jeder Mahlzeit) noch immer in mir drin. Trotzdem freue ich mich auf ein paar Leckereien - Fingerfood und Cider sind heute Pflicht =)

Tatsächlich bin ich aber auch schnell so voll, dass es unangenehm wird. Mein Körper hat sich wohl echt umgestellt. Wird auch endlich Zeit, dass ich was gegen die 20kg Übergewicht machte, das auch mal Wirkung zeigt.
Nun denn, im Pub lief spanische Musik und der Kellnerin musste ich erklären, dass Cider was mit Apfel zu tun hat - seltsamer Irish-Pub =)

Damit war der Tag dann auch rum und ich freute mich auf eine unbegrenzte Nacht mit Ohrenstöpseln, da die Wohnung direkt an einer Hauptverkehrsstraße liegt. =)

So long...

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