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Gran Canaria - Tag 2

18.12.2018
Damit ich hier weg bin, bevor Wanderer auftauchen, hab ich mir den Wecker recht früh auf 7 Uhr gestellt. Doch da war es noch stockduster. Dann 7:30... 8 Uhr.. erst gegen 8:30 wurde es heller. Das liegt wohl daran, dass ich in einer Schlucht war. Heute soll dann der Weg zur Straße angetreten werden. Das Navi hat eine Steile Route vorgegeben der ich folgte, bis es keinen Weg geschweige denn Trampelpfad oder ähnliches mehr gab.

Also wieder ein Stück zurück, am Lagerplatz vorbei und eine andere Route eingeschlagen. Diese sollte nochmal 2km länger sein. Nach weiteren Strapazen angekommen an einem wunderschönen Wasserfall, haut es mich aus den Latschen.

Sieht auf dem Bild klein aus, hat aber sicher 10m Höhe.
Direkt neben dem Wasserfall sehe ich einen Aufstieg, den ich mir auch ohne Gepäck und ohne Bike kaum als Wanderer zutrauen würde. Doch leider ist das die Richtung, wo der "Wanderweg" weitergeht. Total fertig mit der Welt überlegte ich nun, wie es weitergehen soll. Der Weg hierhin war super anstrengend, mega kompliziert und hat das Äußerste von mir abverlangt. Den "Point of no Return" hatte ich eigentlich schon gestern weit vor dem zu Bett gehen gehabt. Fertig wie ich war. setzte ich mich erst mal und aß ein Brötchen. In dem Moment tauchen Jugendliche auf.. immer mehr.. dann ein paar Erwachsene. Noch mehr Jugendliche und Erwachsene. Sieht so aus, als hätten mindestens zwei Schulklassen gerade einen Ausflug zu dem Wasserfall gemacht. Ich fragte, ob sie wüssten, wie es nach dem steilen Anstieg weitergeht und ob es leichter wird oder nicht, etc. Jemanden aus der Gruppe zu finden, der Englisch konnte war allerdings fast unmöglich. Ein einziger Junge konnte gebrochen Englisch. Die Lehrkräfte und die übrigen ca. 50 Schülerinnen waren vollkommen raus. Nachdem das alles nicht wirklich fruchtete und am Ende dabei rauskam, dass die Gruppe den Weg wieder zurückgeht, den sie hergekommen sind (also nicht neben dem Wasserfall steil nach oben), entschloss ich mich zur sicheren aber nervigen Rückkehr raus aus dem Naturschutzgebiet - auf dem selben Weg, wie ich hier hergekommen bin. Noch bevor die Gruppe los-zieht, damit es mit 50 Menschen auf dem Weg nicht noch komplizierter wird. 300 Höhenmeter verschenkt und mehr als 3km in ziemlich unwegsamen Gefilden waren für die Katz. Den Rückweg zu genießen war nicht wirklich einfach. Geschafft von den bisherigen Strapazen und der Aussicht, noch einiges vor mir zu haben trugen dazu bei. Es mangelte an Kräften um die netten Teile, die durchaus fahrbar sind, mit dem Bike zu genießen. Und so schob ich das Bike über 80% des Rückwegs.

Zurück in der Zivilisation plante ich meine Strecke zum Gipfel des höchsten Bergs der Insel, dem Picos de las Nievas neu. Es standen ca. 1500 Höhenmeter verteilt auf 20km Strecke vor mir. Schnell stellte ich fest, dass dies häufig eine Steigung ergibt, zu der ich definitiv zu viel Gepäck und zu wenig Fitness habe. Nach viel Schieberei und ein wenig Fahrerei spare ich mir meine Kräfte und halte einen Kleinbus an, der mich dann mitnahm. Das brachte in wenigen Minuten satte 600 Höhenmeter. Es blieben noch 10km und 600 Höhenmeter übrig. Als ich diese in Angriff nahm, war auch hier schnell klar, dass das nix wird. So hielt ich erneut jemanden an, der mich bis 1km vor dem Gipfel mitnahm.

Oben angekommen zeigt sich mir ein überwältigendes Panorama. Alles negative war in einem Bruchteil einer Sekunde verschwunden und ich ließ diesen schönen Ausblick dann tatsächlich auch erst mal ein paar Stunden auf mich wirken =)

Ohne wärmende Fleecejacke und Wollmütze wäre es hier oben auf knapp 2000hm jedoch etwas frisch gewesen. Für eine Abfahrt bis ans Meer ist es definitiv zu spät, so dass ich auch super glücklich über den Kiosk-Wagen bin, der hier oben steht.

Recht nah am Gipfel ist ein Campingplatz, den ich dann anfahre. Weit und breit kein Mensch, kein Zelt und Stille pur =)
Da dies ein offizieller aber nicht-bewachter Campingplatz ist und ich ganz alleine bin, wollte ich mein Bike für die Nacht an einen Baum anschließen. Alle Bäume waren jedoch zu dick, so, dass ich das Bike dann mehr oder weniger mit in den Zeltaufbau einpflegte, in dem ich es zur hälfte in die Apside legte =)

Wenn man genau drauf achtet, sieht man an den Bäumen noch Spuren von einem Brand, der hier vor ca. einem Jahr einiges zerstörte. Ich bin überrascht, wie schnell die Natur nach so einem Brand wieder grün wird.

Ich wollte wenigstens einmal den Berg aus eigener Kraft erklimmen. Das habe ich nicht geschafft - macht aber nix =)
In den nächsten Tagen werde ich mich nach Shuttleservice und festen Unterkünften umschauen. Selbstgeißelung hin oder her, es ist Urlaub =)

gute Nacht.

GPX-File Download: Link

2 Comments

  1. unfitter, aber weiser mann ;-)
    gott, mein gefluche hätte man über auf der insel gehört, wenn solche anstrengungen so derart fürn arsch gewesen wären...
    weise einsicht von wg. "ach ja, is ja eigentlich urlaub" ;-)

    ham dich die osm maps so verarscht?

    freue mich auf die fortsetzung!

    lg

  2. Japp, waren die OSM Maps - nutze "osmand~".

    Ich find ja, dass die Reise nicht sooo spannend ist. Freud mich aber, wenn es jemanden gefällt =)

    Du kannst ja hier direkt in die Karte zoomen um zu sehen wie wirr das alles war =)

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